• VerbandDie Achillessehne hat aufgrund ihrer Lage und Stärke eine besondere Bedeutung für die Beweglichkeit im Sprunggelenk. Sie ist die stärkste Sehne des menschlichen Körpers und besitzt eine Tragfähigkeit von bis zu 800 kg.

    Achillessehnenentzündungen und -rupturen sind eine häufige Begleiterscheinung im Sport und treten deshalb insbesondere beiSportarten mit starken Belastungen im Fuß- und Wadenbereich auf. Bei einer Achillessehnenruptur (ASR) handelt es sich um einen vollständigen Riss der Achillessehne. Die Sehnenruptur entsteht meist infolge kleinerer Risse, die zu einer Minderversorgung des Gewebes führen, welche wiederum oft in Folge einer Wadenmuskelkontraktion entsteht. Da die Achillessehne im Laufe des Lebens viele Minimalläsionen erlebt, kommt es langfristig zu Störungen der Blutversorgung und damit zu Versorgungsstörungen im Gewebe, was letztlich zur Degeneration des Sehnenknorpels führt.Deshalb sind vor allem ältere Menschen ab dem 40. und 50. Lebensjahr betroffen.

    Die Komplettruptur findet meist an der dünnsten Stelle der Sehne mit einem lauten peitschenartigen Geräusch statt.

  • Ein Riss der Achillessehne ist neben dem typischen Geräusch, welches dabei entsteht, begleitet von heftigen und stechenden Schmerzen. Des Öfteren rollt sich die Sehne auf, so dass äußerlich Dellen oder Beulen zu sehen sind. Außerdem entstehen in Folge der Zerstörung von Blutgefäßen Hämatome und im Verlauf geringe Schwellungen. Typischerweise ist die Plantarflexion nur noch eingeschränkt möglich.

  • Bei einer Ruptur der Achillessehne kann sowohl konservativ wie auch operativ vorgegangen werden.

    Wenn eine Achillessehnenruptur nicht erkannt oder behandelt wird, kommt es zu einer spontanen Autoregeneration, wobei sich eine Neosehne bildet, die allerdings nicht die tatsächlich erforderliche Belastbarkeit aufbringt.

    Als konservative Maßnahmen kommen diverse Möglichkeiten in Betracht. Bei der Auswahl der Methode entscheiden vor allem Parameter wie Alter und Risikofaktoren wie Rauchen, Arteriosklerose, Adipositas, Medikamente und Bewegungsverhalten. Konservativ behandelt wird vor allem bei Patienten mit einem hohen Operationsrisiko. Generell kann man davon ausgehen, dass nach drei bis vier Monaten die ursprüngliche Belastbarkeit und Bewegungsfähigkeit wiederhergestellt ist.

    Wenn die Entscheidung für einen operativen Eingriff gefallen ist,  gibt es diverse Möglichkeiten der offenen oder perkutanen Versorgung. Das Risiko des Wiedereinreißens der Sehne ist bei der invasiven Therapie etwas geringer als bei einer  konservativen Behandlung. Für die operative Versorgung stehen eine Vielzahl chirurgischer Methoden, wie die offene Reposition, Schnürsenkelnähte/Durchflechtung nach Bunnell, Kessler-Kirchmayr-Sehnennaht, Sehnenplastik durch ein Interponat und minimal-invasive Operationsmethoden (Verbindung der Sehnenenden durch kleine Hautschnitte) zur Auswahl. Die offene Operation und minimal-invasive Eingriffe werden entweder lokalanästhetisch oder allgemeinanästhestisch versorgt, dabei wird im Oberschenkel eine Blutsperre gelegt.

    Vor der Entscheidung zur Operation, sollte deren Notwendigkeit sorgfältig abgewogen werden. Die Möglichkeiten konservativer Behandlungsmaßnahmen sind umfangreich und die Risiken bei einer Operation, gemessen am Erfolg, nicht gering. Dies betrifft sowohl Folgebeeinträchtigungen von Nerven als auch Bänderschädigungen, sowie das Risiko von Infektionen. Darüber hinaus stellt eine Totalanästhesie eine große Belastung für den Körper dar, welche für viele Risikopatienten vermieden werden kann. Lassen Sie sich von Ihrem behandelnden Arzt ausführlich beraten oder holen Sie sich gegebenenfalls eine zusätzliche Meinung (Zweitmeinung, Second Opinion) ein. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit einer kostenlosen telefonischen Beratung durch einen unser ausgewiesenen Spezialisten.

  • Wie in allen Bereichen des Körpers ist Gelenkunterstützung durch Muskeltraining das A und O. Die Achillessehne adaptiert mit starker Zunahme ihres Durchmessers bei Belastung – fällt das kontinuierliche Training weg, kommt es sofort zu einer Reduzierung ihres Durchmessers. Regelmäßiges Training unterstützt generell die gesamte Statik des Gelenkes und wirkt sich positiv auf die Elastizität der Sehnen aus.

    Auf der anderen Seite sollte Bewegung und Training unter Last immer äußerst konzentriert ablaufen, da die Gefahr von Minimalrupturen permanent besteht. Betroffen sind vor allem Sportler, die dynamische und schnelle Risikosportarten betreiben. Aufwärmen und Vermeiden von abrupten Bewegungen ist empfehlenswert.

Verlag: medexo
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