• Fotolia_4746781_Subscription_800_800Der Begriff “Arthrose” bezeichnet den Verschleiß von Knorpel- beziehungsweise Knochenstrukturen in verschiedenen Gelenken des menschlichen Körpers. Laut einer TNS Healthcare-Studie (2) sind mehr Frauen als Männer von Arthrosen betroffen. Allerdings scheint Arthrose keine altersspezifische Erkrankung zu sein, sondern vielmehr mit der Art und Weise der Belastung einzelner Gelenke in Verbindung zu stehen. Als Ursache von Arthrosen kommen Übergewicht, Infektionen, System- und Stoffwechselerkrankungen oder vorangegangene Verletzungen in Frage. Die häufigste Ursache für die Entstehung sind Gelenksfehlbildungen (Dysplasien). Durch physiologisch ungünstige Belastungswinkel und oftmals einseitige funktionelle Einschränkungen können stärker beanspruchte Anteile des Gelenkes der dauerhaften Last nicht standhalten, so dass irreversible Abnutzungen die Folge sind. Grundsätzlich kommen Arthrosen an den unteren Extremitäten häufiger vor, als an den Gelenken der oberen Extremitäten, was auf die Statikveränderung in Verbindung mit dem aufrechten Gang zurückzuführen ist. Die Hüftgelenksarthrose (Coxarthrose, Gelenkverschleiß des Hüftgelenks) ist meistens durch  den natürlichen Alterungsprozess, sportliche oder berufliche Überbelastung oder Unfälle bedingt. Man unterscheidet die seltenere primäre (anlagebedingter minderwertiger Knorpel) von der sekundären Coxarthrose (Überlastung, Trauma, Gelenkserkrankungen) und teilt sie in 4 Stadien ein. Bei der Coxarthrose kommt es zu einem Verschleiß der Knorpelschicht und eine dadurch bedingte Verschmälerung des Gelenkspaltes und höhere Belastung des unter dem Knorpel gelegenen Knochens, der sich durch eine Verdichtung daran adaptiert (subchondrale Sklerosierung). Durch lokale Entzündungs- und Umbauprozesse deformiert das Gelenk, der Knochen wird teilweise löchrig und um die Belastungszone zu verbreitern, wird Knochenmaterial angebaut (Entrundung des Gelenkkopfes, Geröllzysten, Osteophyten). Durch die Gelenkdeformierung und die Zerstörung des Gelenkknorpels (Knochen reibt auf Knochen) kommt es zu sehr starken Schmerzen und Bewegungseinschränkungen.

  • Der Knorpelverschleiß und der daraus resultierende Gelenkschmerz äußern sich zunächst nur bei Bewegung, erst im Verlauf ist auch ein Ruheschmerz feststellbar. Im akuten Stadium der Arthrose werden diverse Symptome wie Rötungen, Überhitzung und Schwellungen sichtbar, außerdem werden oftmals Schonhaltungen eingenommen beziehungsweise Kompensationsbewegungen ausgeführt, so dass sekundär Überbelastungen anderer Bereiche entstehen können.

  • Die Therapie der Hüftgelenksarthrose ist abhängig von individuellen Faktoren (Leidensdruck, Alter, Nebenerkrankungen) sowie vom Fortschritt der Erkrankung. In Frage kommen knorpelregenerierende Verfahren beziehungsweise Ersatz der zerstörten Gelenkoberfläche. Bei fehlender Therapie können Gelenkdeformierungen und im schlechtesten Falle eine Zerstörung des Gelenkes die Folge sein. Die Entstehung der Arthrose ist oftmals ein langwieriger Prozess, welcher meist mit leichten und vorübergehend auftretenden Beschwerden beginnt. Das Spektrum an Behandlungsmöglichkeiten von Arthrosen ist äußerst umfangreich und oft sehr spezifisch für verschiedene Gelenktypen. Operative Maßnahmen sollten in jedem Falle immer der letzte Schritt sein, sofern keine der zahlreichen anderen Therapievarianten Wirksamkeit erzielen.

    Als konservative Behandlungsmöglichkeiten werden sehr erfolgreich vor allem entzündungshemmende Therapien, sowie Schmerzbehandlungen durchgeführt. Das Ziel hierbei ist, die normale Belastungskapazität und physiologische Bewegungsfreiheit unter Verhinderung mechanischer Einschränkungen wiederherzustellen und nach Möglichkeit dauerhaft zu sichern, so dass alle sekundär entstehenden Schädigungen ausgeschlossen werden können. Damit soll den Gelenkknorpeln die Möglichkeit zur Regeneration gegeben werden und damit ein Fortschreiten der Gelenkszerstörung vermieden werden.

    In einigen Gelenken kann eine muskuläre Stabilisierung mittels Sport- Bewegungs- und Physiotherapie beziehungsweise Krankengymnastik erreicht werden. Entscheidend vor allem für die Entlastung der Gelenke der unteren Extremität sind ein angemessenes Körpergewicht und gegebenenfalls eine Gewichtsreduktion.

    Das Anlegen von Orthesen ist vor allem als Stabilisierungshilfe eine gute und erfolgversprechende Therapievariante. Diverse Maßnahmen, welche in die Kategorie „Physikalische Therapien“ fallen, werden seit Längerem mit gutem Behandlungserfolg angewendet. Erwähnenswert wären in dem Zusammenhang vor allem die Thermotherapie, Infrarot- und UV-Lichttherapie, Gleichstrom- und Wasseranwendungen sowie Massagen.  Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie ASS, Diclofenac und Ibuprofen können zur symptomatischen Behandlung von Schmerzen und als Entzündungshemmer eingesetzt werden. Cortison wird ebenfalls als Entzündungshemmer direkt ins Gelenk gespritzt. Hyaluronsäureinjektionen sollen den noch vorhandenen Knorpel vor weiterem schnellem Abbau schützen.

    Die Möglichkeiten operativer Eingriffe als Therapiemaßnahme sind ebenso vielfältig wie das Spektrum an konservativen Therapien. Sie kommen als Möglichkeit dann in Betracht, wenn nach sorgfältiger Abwägung aller anderen Möglichkeiten keine andere Maßnahme von Erfolg gekrönt ist. Dazu gehören der endoprothetische Gelenkflächenersatz, Knorpeltransplantation, zementfreie Gelenkprothetik, hüftgelenksnahe Osteotomie, Knorpelglättung, Gelenkersatz und eine Nervendurchtrennung zur Schmerzvermeidung.

    Ein sorgfältiges Abwägen der Risiken, der möglichen Beeinträchtigungen sowie der tatsächlichen Notwendigkeit eines operativen Eingriffs ist unbedingt zu empfehlen – vor allem angesichts der unzähligen Möglichkeiten konservativer Behandlungsmethoden. Dies betrifft vor allem das Risiko von Infektionen und die Haltbarkeitsbegrenzung von derzeit etwa zehn bis maximal 15 Jahre für künstliche Gelenke. Darüber hinaus stellt jede Narkose eine große Belastung für den Patienten dar und birgt ihr eigenes zusätzliches Risiko.

    Lassen Sie sich von Ihrem behandelnden Arzt ausführlich beraten oder holen Sie sich gegebenenfalls eine zusätzliche Meinung (Zweitmeinung, Second Opinion) ein. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit einer kostenlosen telefonischen Beratung durch einen unserer ausgewiesenen Spezialisten.

  • Wenn man von embryonal angelegten Fehlbildungen an Gelenken absieht, kann davon ausgegangen werden, dass viele erworbene Arthrosen durch präventive Maßnahmen zu vermeiden sind.

    Als Erstes ist eine Gewichtsanpassung ratsam, da gerade im Bereich der Extremitäten Gelenkabnutzungen und Knorpelrupturen infolge von gewichtsresultierten Überbelastungen stattfinden.

    Eine weitere mögliche Ursache für die Entstehung von Arthrosen sind Stoffwechselerkrankungen. Eine Anpassung beziehungsweise Umstellung von Ernährungsgewohnheiten kann eine bedeutende Rolle spielen. Als präventive Maßnahme kann daher auch eine gesunde, ausgewogene und vor allem fettarme Ernährung beitragen.

    Wichtig für die Stabilisierung aller Gelenke des Körpers sind intakte ligamentöse Verankerungen (intakte Bänder) und eine ausreichend stabilisierende Muskulatur. Insofern sind auf jede Muskelgruppe speziell angepasste Trainingsmethoden empfehlenswert.

Verlag: medexo
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