• Fuß und Unterschenkel sind im oberen Sprunggelenk (OSG) durch diverse Bänder miteinander verbunden. Bei Fehlbelastungen, Unfällen (Umknicken des Fußes) oder in Folge angeborener Fehlstellungen kann es zu Rupturen oder Läsionen diverser Bänder im Fuß kommen.  Am häufigsten tritt eine Bandruptur am Außenband des Knöchels auf. Ein Bänderriss kann auch durch eine Degeneration infolge eines fortgeschrittenen Verschleißes hervorgerufen werden. Derartige Verletzungen im OSG machen etwa ein Fünftel aller Sportverletzungen aus und gehören damit neben Meniskus-  und Kreuzbandverletzungen zu den häufigsten Sportverletzungen überhaupt.

    Eine bänderrissbedingte Destabilisierung der Sprunggelenke, welche oftmals auch mit Frakturen der Ferse oder anderer Knochen einhergeht, erfordert häufig eine operative Versorgung. In Einzelfällen reicht jedoch eine konservative Therapie aus.

  • Bänderrisse im Fuß verursachen bei Betroffenen starke Schmerzen, die Intensität variiert dabei in Abhängigkeit der Verletzung. Die Funktionsfähigkeit ist leicht oder total eingeschränkt. Im Ruhezustand kann der Schmerz nachlassen. Bei einem Bänderriss im OSG kommt es in Abhängigkeit vom betroffenen Band zur Gelenksinstabilität. Zusätzlich entstehen oftmals Gelenkergüsse und Blutergüsse sowie unmittelbar starke Schwellungen am Knöchel. Zum Teil reißen Venen komplett ein. Die Unterscheidung von Bänderzerrung und Bänderriss ist ohne nähere Untersuchung oftmals nicht möglich.

  • Als therapeutische Maßnahmen beim Bänderriss, werden sowohl konservative als auch operative Methoden empfohlen. Zunächst ist Kühlung, Ruhigstellung und Stabilisierung notwendig. Der Einsatz von Orthesen gewährleistet Bewegung und Stabilisierung, damit bleibt die Muskulatur weitgehend erhalten und Verklebungen werden vermieden.

    Spätestens nach Ausheilung sollte mit Krankengymnastik beziehungsweise Physiotherapie begonnen werden. Damit wird die Heilung der Bänder beschleunigt und die Stabilität wiederhergestellt, so dass letztlich eine schmerzfreie und möglichst uneingeschränkte Beweglichkeit wiederhergestellt wird. Neben einer eventuell notwendigen Schmerzbehandlung kommen als konservative Maßnahmen noch der Einsatz von Gips und Spezialschuhen in Betracht.

    Bei einer Läsion mehrerer Bänder oder bei starken Folgebelastungen (z.B. Leistungssportler) ist meist ein operativer Eingriff indiziert, wobei gerissene Bänder rekonstruiert oder reimplantiert werden und zerstörte Knochen – und Knorpelteile befestigt werden.

    Da bei derartigen Verletzungen die Ausheilungschance mit Hilfe einer konservativen Therapie recht hoch ist, sollte die Notwendigkeit einer Operation sorgfältig abgewogen werden. Die Operationsrisiken sind, gemessen am Erfolg, durchaus hoch. Dies betrifft sowohl Folgebeeinträchtigungen von Nerven als auch Bänderschädigungen, sowie das Risiko von Infektionen. Jede Operation unter Totalanästhesie stellt eine große Belastung für den Körper dar, welche vermieden werden kann – sofern unnötig.

    Lassen Sie sich von Ihrem behandelnden Arzt ausführlich beraten oder holen Sie sich gegebenenfalls eine zusätzliche Meinung (Zweitmeinung, Second Opinion) ein. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit einer kostenlosen telefonischen Beratung durch einen unserer ausgewiesenen Spezialisten.

  • Die einzige Möglichkeit der Vorbeugung besteht in einer maximalen Stabilisierung des Sprunggelenkes.

    Dies kann zum einen durch gezieltes Training im Bereich der Wadenmuskultur und zum anderen durch externe Stabilisierung mittels geeigneter Schuhe und Bandagen erreicht werden.

Verlag: medexo
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