• PantherMedia A7145641

    Große Differenzen in der Symmetrie beider Körperhälften können zu Beschwerden führen.
    Beinlängendifferenzen sind in den meisten Fällen symptomlos. Bei großen Unterschieden in den Beinlängen kann es allerdings zu Haltungsveränderungen und dadurch bedingten Fehlbelastungen und Beschwerden kommen. Eine Beinlängendifferenz unter 10 mm ist häufig und kommt bei etwa zwei Dritteln der Bevölkerung vor.

    Man unterscheidet zwischen der anatomischen und der funktionellen Beinlängendifferenzen. Als mögliche anatomische Ursachen kommen Verletzungen an Epiphysen der unteren Extremitäten, Frakturen, oder angeborene Fehlbildungen oder Morbus perthes vor. Funktionell bedingt wird eine Beinlängendifferenz durch unterschiedliche Anstellwinkel der Oberschenkelhalsknochen, Veränderungen in Folge von Muskelkontraktion oder durch Schiefstellungen der Wirbelsäule (Skoliose) bedingte Statikveränderungen. Auf der anderen Seite kann eine Beinlängendifferenz durch den hervorgerufenen Beckenschiefstand auch eine Skoliose der Wirbelsäule auslösen. Oftmals kommt es zur Ausbildung einer sogenannten Spitzfußhaltung auf der verkürzten Seite während auf der anderen Seite eine stärkere Kniebeugung entsteht. Die Diagnose der Beinlängendifferenz erfolgt beispielsweise durch eine Laufbandanalyse.

    Im Zusammenhang mit der Entstehung von Hüftgelenksarthrosen kann es bei älteren Patienten zu funktionellen Beinlängendifferenzen kommen. Außerdem sind Längendifferenzen auch im Zusammenhang mit dem operativen Ersatz des Hüftgelenkes nicht selten.

  • Grundsätzlich sind geringfügige Beinlängenunterschiede keine Seltenheit, werden selten wahrgenommen und stellen meist keine Beeinträchtigung dar. Auffällig wird das Problem in der Regel erst durch sekundäre Veränderungen.  Eine medizinische Relevanz ist meist erst ab einem Längenunterschied von etwa fünf Millimetern gegeben. Meist korreliert die Beinlängendifferenz mit einem Beckenschiefstand, sodass eine Verkrümmung der Wirbelsäule in seitlicher Ausrichtung (Skoliose) entsteht. Schmerzen und Einschränkungen der Beweglichkeit sind die Folge. Der Schiefstand und die Ausweichbewegungen sind dann auch optisch wahrnehmbar. Beschwerden, die aufgrund eines Beinlängenunterschieds auftreten, zeigen sich besonders häufig in der sogenannten lumbosakralen Region (unterer Rücken). Diese Schmerzen können bis in die Oberschenkel ausstrahlen. Eine Verschiebung der Kreuzbeinbasis kann zu einem veränderten Muskeltonus im Rücken und Becken führen und Rücken- sowie Hüftbeschwerden auslösen. Größere Beinlängenunterschiede haben Einfluss auf den gesamten Bewegungsablauf. Die Fehlbelastungen des Bewegungsapparates führen in der Folge insbesondere bei sportlicher Aktivität zu deutlichen Schmerzen.

  • Geringfügige Beinlängendifferenzen und leichte Beckenschiefstände sind meist beschwerdefrei und unauffällig. Trotzdem kann es zu Wirbelsäulenkrümmungen kommen. In solchen Fällen wird meist ein statischer Ausgleich mit Hilfe von Schuheinlagen, einer Schuhsohlenverstärkung oder orthopädische Maßschuhe möglich. Als weitere konservative Maßnahme kommt der Einsatz von Beinschienen in Frage.

    Gravierende Längenunterschiede mit starken Auswirkungen auf die Wirbelsäulen- und Beckenstatik erfordern nicht selten chirurgische Eingriffe, wie beispielsweise Extremitätenverlängerungen. Mögliche operative Anpassungen werden mittels Tibiaosteotomie, Fibuladurchtrennung, Varisierungsosteotomie oder Umstellungsosteotomie durchgeführt.

    Vor der Entscheidung zu einer Operation, sollte deren Notwendigkeit angesichts des Schweregrades und der Beeinträchtigung, welche durch die Beinlängendifferenz hervorgerufen wird, genau überprüft werden. Konservative Behandlungsmaßnahmen sind ebenso erfolgversprechend und Operationsrisiken durchaus gegeben. Dies betrifft sowohl Folgebeeinträchtigungen von Nerven-, Bänder- und Muskelschädigungen und Infektionen, sowie das Risiko welches jede Totalanästhesie mit sich bringt.

    Lassen Sie sich von Ihrem behandelnden Arzt ausführlich beraten oder holen Sie sich gegebenenfalls eine zusätzliche Meinung (Zweitmeinung, Second Opinion) ein. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit einer kostenlosen telefonischen Beratung durch einen unserer ausgewiesenen Spezialisten.

Verlag: medexo
Tags: ,