• PantherMedia A13567930Im Zusammenhang mit der Erkrankung Diabetes Mellitus (meist Typ 2) kann es zu einem diabetischen Fußsyndrom kommen. Durch die Schäden, die durch die Hyperglykämien (Überzuckerungen) entstehen, kommt es zu Durchblutungsstörungen und Nervenschädigungen. In der Folge kommt es zu Zelluntergängen (Nekrosen) und es entstehen häufig schlechte bzw. gar nicht heilende Wunden. Hauptursache hierbei ist insbesondere die gestörte Durchblutung. Taubheitsgefühle, Kribbeln in den Füßen sowie Gelenkschwellungen werden häufig als Symptome beschrieben. Aufgrund der Durchblutungsstörung kommt es häufig beim Laufen zu Muskelschmerzen in den Unterschenkeln, die beim Stehenbleiben wieder verschwinden (Schaufensterkrankheit). Die Durchblutungsstörungen der Extremitäten führen zu weiteren Nervenschädigungen mit vermindertem Schmerzempfinden. Infolge dessen kommt es häufig zu Bagatellverletzungen (z.B. Anstoßen der Zehenspitzen) und letztlich zu Komplikationen bei der Wundheilung. Oftmals entstehen auch tiefe nicht heilende Wunden an den Belastungszonen des Fußes (Malum perforans).

    Im Rahmen der durch den Diabetes bedingten Nervenschädigung (Polyneuropathie) und Durchblutungsstörung kann es auch zu Knochendeformierungen kommen. Durch Fehlregulierungen in der Durchblutung kann es zu einem gesteigerten Knochenabbau mit folgenden Verletzungen kommen. Durch das stark reduzierte Schmerzempfinden werden diese Verletzungen selten wahrgenommen und selbst Brüche weiter belastet. Diese Deformierungen und Veränderungen werden unter dem Begriff Charcotfuß (DNOAP = diabetisch-neuropathische Osteoarthropathie) zusammengefasst.

    Es werden je nach Schweregrad des diabetischen Fußsyndroms beziehungsweise Grad der Läsionen oder Zerstörungen diverse Klassifikationen vorgenommen, wie etwa nach Levin, nach Sanders oder nach Wagner.

  • Als Symptome sind anfangs vor allem Empfindungsverlust in Füßen, Taubheitsgefühl, Kribbeln, Brennen in Zehen und Füßen und ein Kältegefühl wahrnehmbar. Die Empfindungsverluste führen letztlich zur Zunahme von Stoßverletzungen mit nachfolgenden Wundheilungsproblemen.

    Nachts kann es zu Schmerzen im Fuß kommen, die schwer zu lindern sind. Oftmals schwellen die Gelenke an. An den Fußsohlen besteht eine verstärkte Neigung zur  Verhornung und zur Entwicklung von Nagelpilz.

    Infolge der erwähnten Durchblutungsstörungen erscheint die Haut oft dünn und pergamentartig. Wadenschmerzen oder -krämpfe entstehen beim Gehen, so dass nur häufiges Stehenbleiben Erleichterung verschafft.

  • Oftmals muss zunächst symptomatisch behandelt werden, da Betroffene zumeist erst nach der Entstehung von Wunden beziehungsweise Wundheilungsproblemen beim Arzt vorstellig werden. Daher beginnt die Therapie des diabetischen Fußsyndroms meist mit einer adäquaten Wundversorgung. Chirurgische Reinigung mit Entfernung der abgestorbenen Gewebeanteile, Spülung, Antibiotikatherapie und Ruhigstellung sind hierbei erste Maßnahmen. Therapien mit Vakuumverbänden und Stammzellen führen zu einer gesteigerten Neubildung von Gefäßen und haben sich als sehr hilfreich.

    Oftmals werden die Behandlungen dauerhaft und teilweise stationär durchgeführt. Als hilfreich haben sich auch spezielle Einlagen beziehungsweise Orthopädische Schuhe erwiesen.

    Weiterhin sollte der Diabetes und seine Folgen konsequent weiterbehandelt werden.

    Die Behandlung der Ursachen des diabetischen Fußes erfordert keine operativen Maßnahmen. Es gilt: Prävention hilft, zu vermeiden.

    Auch für den Fall, dass es zu Vorverletzungen gekommen ist, ist eine konservative Wundbehandlung unbedingt zu bevorzugen. Die Möglichkeiten konservativer Behandlungsmaßnahmen sind umfangreich und die Risiken bei einer Operation hoch und nachhaltig. Dies betrifft sowohl die Beeinträchtigungen in Folge von Amputationen, das Risiko von Nerven, als auch Bänderschädigungen und Infektionen. Immer wieder muss auch erwähnt werden, dass eine Totalanästhesie eine große Belastung für den Körper darstellt, die für viele Risikopatienten vermieden werden kann.

    Lassen Sie sich von Ihrem behandelnden Arzt ausführlich beraten oder holen Sie sich gegebenenfalls eine zusätzliche Meinung (Zweitmeinung, Second Opinion) ein. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit einer kostenlosen telefonischen Beratung durch einen unserer ausgewiesenen Spezialisten.

  • Professionelle Beratung durch Podologen helfen Diabetikern bei der Früherkennung des Diabetischen Fußsyndroms. Diese Leistungen werden in der Regel von gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

    Sekundäre Folgen des diabetischen Fußsyndroms, wie dauerhaft bestehende Wunden, können bei gravierendem Verlauf zur Amputation des Fußes führen. Ziel der Therapie soll die Verhinderung einer Amputation sein.  Insofern sollte der Therapie der Grunderkrankung (Diabetes) besonders viel Gewicht beigemessen werden – ebenso der Haut- und Nagelpflege.

    Nicht unwesentlich ist auch die Bedeutung des richtigen Schuhwerkes. Die Schuhe sollte den gesamten Fuß schützen und dabei weit und weich sein. Es empfehlen sich Baumwollstrümpfe ohne drückende Nähte, die täglich gewechselt werden sollten. Hochhackige Schuhe sollten dringend vermieden werden.

    Als letztes sind Diabetiker stärker als jeder gesunde Mensch angehalten, darauf zu achten, Verletzungen zu vermeiden und gegebenenfalls die Entwicklung von Wunden gut zu beobachten.

Verlag: medexo
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