• PantherMedia 6564431Bei einem Bruch des Unterarms können die Speiche (Radius) oder die Elle (Ulna) betroffen sein.  90 % der Brüche sind handgelenksnahe Speichenfrakturen. In Deutschland kommt es pro Jahr insgesamt zu circa 200.000 distalen Radiusfrakturen. Demografisch betrachtet sind zwei Schwerpunkte bei der Frakturhäufigkeit zu beobachten:  Kinder zwischen 6 und 10 Jahren und ältere Menschen zwischen 60 und 70 Jahren. Bei der distalen Radiusfraktur handelt es sich um einen der häufigsten Knochenbrüche beim Menschen – die sogenannte Colles-Fraktur macht von allen vorkommenden  Frakturen etwa 25% aus. Es werden weitere, topografisch determinierte Typen der distalen Radiusfraktur unterschieden: die Smith-Fraktur, die Chauffeur-Fraktur, die Barton-Fraktur, die umgekehrte Bartonfraktur und die Galezzifraktur.

    Diese Verletzungen entstehen überwiegend im Rahmen von Stürzen oder Unfällen. Wenn die Knochensubstanz  beispielsweise aufgrund einer fortgeschrittenen Osteoporose  vorgeschädigt ist, kann es auch schon bei einer verhältnismäßig geringen Gewalteinwirkung zu Brüchen kommen. Meist ist ein Bruch die Folge eines Sturzes auf die Hand. Die Knochenfragmente sind dabei entweder Richtung Handinnenfläch, Handrücken, oder inneres/äußeres Handgelenk verschoben.

    Im Zusammenhang mit der Fraktur kann es zu Verletzungen von Weichteilen kommen, schwerwiegend sind Läsionen und Druckverletzungen des  Nervus medianus und der Arteria radialis.

  • Im Bereich von Hand beziehungsweise Handwurzel entstehen zeitnah Schwellungen, oftmals auch Hämatome. Typisch sind  Druckschmerzen und starke Bewegungseinschränkungen. Infolge der Fraktur und entstehender Dislokationen sind Handfehlstellungen die Regel. Es entsteht die “Bajonettstellung” wobei es zur Frakturverschiebung Richtung Handrücken kommt. Bei einer Neuralkompression tritt ein Gefühlsverlust in Hand und Finger auf. Oftmals sind knirschende Geräusche bei den meist sehr schmerzhaften Handbewegungen wahrnehmbar.

  • Die Auswahl der adäquaten Behandlung richtet sich nach dem Einteilungs- und Schweregrad der Fraktur.

    In vielen Fällen (z.B. Grünholzfraktur, extraartikulären Frakturen, gering dislozierte intraartikulären Frakturen) kann durchaus konservativ behandelt werden, indem der Bruch äußerlich für eine bestimmte Zeit ruhiggestellt wird. Zunächst erfolgt die  Reposition der Fraktur danach die Ruhigstellung mittels Gipsschiene über vier bis sechs Wochen. Neben der Fixierung sollten krankengymnastische Übungen wie Fingerbewegungen, Ellbogen- oder Schulterübungen durchgeführt werden.

    Flexions-und Trümmerfrakturen sowie offene beziehungsweise instabile Brüche bedürfen des Öfteren operativer osteosynthetischer Maßnahmen, wie Schraubenosteosynthesen, Plattenosteosynthesen und Kirschner-Drähten.

    Handelt es sich um keine der erwähnten komplizierten Frakturen, sollte eine operative Notwendigkeit sorgfältig abgewogen werden. In den meisten Fällen werden konservative Behandlungsmaßnahmen wie Schienen erfolgreich eingesetzt. Die Risiken, die bei einer Operation auftreten können, sind nicht zu vernachlässigen. Dies betrifft sowohl Folgebeeinträchtigungen von Nerven- wie auch Bänder- und Muskelschädigungen, sowie das Risiko von Infektionen. Darüber hinaus stellt eine Totalanästhesie eine große Belastung für den Körper dar, welche für viele Risikopatienten vermieden werden kann.

    Lassen Sie sich von Ihrem behandelnden Arzt ausführlich beraten oder holen Sie sich gegebenenfalls eine zusätzliche Meinung (Zweitmeinung, Second Opinion) ein. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit einer kostenlosen telefonischen Beratung durch einen unserer ausgewiesenen Spezialisten.

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