• Dupuytren-SyndromMorbus Dupuytren beschreibt eine Bindegewebserkrankung im handflächenseitigen Bereich der Hand, die zu den Fibromatosen gehört. In der Regel handelt es sich bei den betroffenen Bereichen um Klein- und Ringfinger. Die Funktion der Finger ist stark eingeschränkt – wenngleich schmerzfrei. Aufgrund der nicht gegebenen Einsatzfähigkeit der Hände werden selbst einfache Alltagsverrichtungen, wie Autofahren oder Schreiben am Computer erschwert. Die Erkrankung wird in unterschiedliche Schweregrade unterteilt.

    Dupuytren tritt generell im Zusammenhang von Schädigungen im Sinne von Vergiftungen im Körper auf (z.B. alkoholtoxischer Leberschädigung, Rauchen, Diabetes mellitus) aber auch im Kontext mit Hyperlipidämie,  Epilepsie und  Verschleißerkrankungen der Halswirbelsäule, wobei bei der Pathogenese auch eine genetische Prädisposition eine Rolle zu spielen scheint. Eine ähnliche Erkrankung ist Morbus Ledderhose welche durch die gleichen Symptome an den Füßen gekennzeichnet ist.

    Prozentual gesehen tritt die Dupuytren-Kontraktur mit zunehmendem Alter (ab dem 40. Lebensjahr) wesentlich häufiger auf, außerdem sind 85 Prozent der Betroffenen Männer. Des Weiteren scheint es hinsichtlich der geografischen Verteilung Unterschiede zu geben. Es sind vor allem Häufungen in den europäischen und amerikanischen Industrieländern zu verzeichnen. Außer Mittel- und Nordeuropa sind auch Japan und China betroffen. In Deutschland leiden etwa 1,3 bis 1,9 Millionen Menschen an Dupuytren.

  • Die  Fingerstreckung ist erschwert, so dass es zur dauerhaften Krümmung kommen kann. Meist sind beide Hände gleichermaßen betroffen. Oftmals sind Knoten und Stränge an den Handinnenflächen erkennbar. Die typischen schmerzhaften Knotenbildungen entstehen zwischen dem ersten und zweiten Mittelhandknochen. Sie führen zu Einschränkungen bei Streckung und Abspreizung des Daumens.

    Der Verlauf der Krankheit ist nicht immer linear, so dass des Öfteren nach langer Zeit ein Stillstand auftritt. Zwischen dem Auftreten der Ursachen und einer Entwicklung  der Beugekontraktur können Jahre liegen.

  • In Abhängigkeit von der Ausprägung der Krankheit sind sowohl konservative, als auch invasive Maßnahmen indiziert. So können in frühen Stadien durch Bestrahlung der Handinnenfläche durchaus Erfolge erzielt werden.¹ Außerdem kann minimal-invasiv durch die sogenannte Nadelfasziotomie eine Wiederbeugung gestreckter Finger erreicht werden.

    Eine weitere neue interessante und relativ risikofreie Methode ist die Behandlung durch eine Mikrobielle Kollagenase. Diese wird aus dem Bakterium Clostridium histolyticum gewonnen und zersetzt die entstandenen Stränge und Knoten. Die Applikation erfolgt direkt durch Injektion ins betroffene Gewebe. Laut Studie liegen die Erfolge hinsichtlich einer Wiederbeweglichkeit bei 64 Prozent.²

    Bei einer Beeinträchtigung der Fingerstreckung von mehr als 40 Grad und sobald eine komplette Streckung nicht mehr gewährleistet ist, wird als Therapie der Dupuytren-Kontraktur oftmals zur Operation geraten. Eine Option ist die operative Entfernung des befallenen Gewebes in einer offenen Fasziotomie.

    Die Menge an konservativen Behandlungsmöglichkeiten beim Dupuytren-Syndrom ist enorm umfangreich. Die Risiken bei einer Operation, gemessen an Erfolgen nichtinvasiver Maßnahmen, sind nicht zu vernachlässigen. Betroffen sind vor allem Nerven, als auch Bänder, welche in Folge operativer Eingriffe dauerhaft beschädigt werden können. Darüber hinaus stellt eine Totalanästhesie eine große Belastung für den Körper dar, welche für viele Risikopatienten vermieden werden kann.

    Lassen Sie sich von Ihrem behandelnden Arzt ausführlich beraten oder holen Sie sich gegebenenfalls eine zusätzliche Meinung (Zweitmeinung, Second Opinion) ein. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit einer kostenlosen telefonischen Beratung durch einen unserer ausgewiesenen Spezialisten.

    ¹Nicolas Betz (Universitätsklinik Erlangen) et al.: Radiotherapy in Early-Stage Dupuytren’s Contracture: Long-Term Results After 13 Years. Strahlentherapie und Onkologie, Bd. 186 (2010), S. 82-90.

    ² Holzer L.A.; Holzer G. Injectable Collagenase Clostridium histolyticum for Dupuytren’s Contracture. New England Journal of Medicine 2009; 361 (26): 2579.

Verlag: medexo
Tags: