• Füße

    Deformitäten können in allen Bereichen des Fußes (Vor- und Rückfuß, sowie Fußwurzel) auftreten und beschreiben deutliche Abweichungen von der physiologischen Form. Degenerative Erkrankungen, Stoffwechselerkrankungen, neurologische Veränderungen, Infektionen und Verletzungen können genauso Ursachen einer Fußdeformität sein, wie auch angeborene Fehlbildungen.

    Vier Typen von Fußdeformitäten sind von medizinischer Relevanz: Senkfuß, Knickfuß, Hohlfuß und Spreizfuß.

     

  • Senkfuß

    Beim Senkfuß ist das Fußgewölbe an der Fußinnenseite abgeflacht. Von Plattfuß spricht man in diesem Zusammenhang, wenn die Fußsohle komplett belastet wird.

    Hauptursache der Senkfußentstehung ist eine Fußmuskulaturschwäche infolge Trainingsmangels. Als Folge eines Senkfußes sind sekundäre Beeinträchtigungen wie Knieschäden aber auch Hüft- und Rückenprobleme zu erwarten, außerdem Überlastungsschmerzen der Fußmuskulatur.

    Therapie

    Aufgrund dessen, dass es sich bei der Senkfußentstehung ätiologisch gesehen um eine Problematik handelt, die auf eine ungenügende Hypertrophie der Fußmuskulatur zurückzuführen ist, ist Training sowohl präventiv wie auch therapeutisch Mittel der Wahl (z.B. Barfußgehen). Dabei sollen Fußmuskulatur sowie  Bänder und Sehnen gestärkt werden.

    Symptomatisch wirksam sind dagegen eher Einlagen (z.B. Fußbetteinlagen mit Flüssigkeitsfüllung, Fluid). Damit wird vor allem auch ein Fortschreiten der Deformität verhindert, um weiteren Schädigungen, wie etwa der Wirbelsäule vorzubeugen.

    Das Training der Muskultur beginnt im Prinzip in der Wiege. Babies und Kleinkinder sollten keine Kleidungsstücke tragen, die die natürliche Bewegung in irgendeiner Art und Weise behindern. Außerdem kann schon recht früh mit dem Training begonnen werden.

  • Spreizfuß

    Beim Spreizfuß kommt es zur Spreizung der Mittelfußknochen gegenüber der Fußwurzel. Infolge dessen glättet sich das Quergewölbe an der Fußsohle welches durch Bänder und Muskulatur aufrechterhalten wird. Der Fuß verbreitert sich. Ursache für die Spreizfußentstehung ist das Tragen ungeeigneten Schuhwerkes vor allem in Absatzschuhen, da hier der Druck auf den Vorfuß enorm erhöht ist. Als Folge eines Spreizfußes kann es zu Vorfußdefekten, wie etwa Hallux valgus kommen.

    Therapie

    Vorrangig für die Vermeidung der Spreizfußentstehung ist das Tragen des Richtigen Schuhwerkes. Dies ist im Verlauf der Problematik ohnehin indiziert um sekundäre Beeinträchtigungen zu reduzieren. Weiterhin können Einlagen, Spreizfußverbände und eine Pelotte beim Wiederanheben des Fußgewölbes unterstützen.

  • Knickfuß

    Der Knickfuß tritt häufig in Kombination mit dem Senkfuß auf. Hier kommt es zur Senkung und Schmerzen des inneren Fußrandes und in Folge dessen zur Hebung des äußeren Randes. Die Schmerzsymptomatik betrifft auch den Innenknöchel und im Verlauf oftmals den Unterschenkel. Auch beim Knickfuß ist eine Fußmuskelschwäche ursächlich für dessen Entstehung verantwortlich.

    Aufgrund der Sprunggelenksverschiebung kann es zum Heraustreten des inneren Knöchels kommen. Die Gesamtstatik ist gestört und kann letztlich zu Schiefhaltungen der Hüfte, der Wirbelsäule oder auch pathologischen Knieabwinkelungen führen.

    Therapie

    Für den Knickfuß gilt wie auch für den Senkfuß: Training beugt vor. Sind die Symptome einmal fortgeschritten, helfen Maßeinlagen und Krankengymnastik.

  • Hohlfuß

    Beim Hohlfuß  handelt es sich gewissermaßen um das Gegenteil des Senkfußes. Das Längsgewölbe des Fußes ist hierbei angehoben. Es handelt sich entweder um eine angeborene oder eine erworben Fußdeformität. Verantwortlich für die Entstehung sind hauptsächlich Dysbalancen zwischen der Waden- und der Fußmuskulatur. Außerdem können Teillähmungen und Nervenschäden zu derartigen Fehlformungen führen.

    Aufgrund der Gesamterhöhung des Fußes entstehen Druckstellen. Die Zehenbeweglichkeit ist eingeschränkt als Folge von Verkrümmungen. Gangunsicherheiten können entstehen und Stürze und Verstauchungen treten häufiger auf.

    Therapie

    Die Therapie des Hohlfußes erfolgt zunächst konservativ. Individuelle orthopädische Schuhversorgung, Einlagen und Physiotherapie helfen bei der Haltungskorrektur und lindern die durch die Deformität bedingten Symptome – ebnso das Tragen von Knöchelschuhen, Stiefeln, Knöchelbandagen und orthopädischen Schuhen. Eine Therapie mit entzündungshemmenden Mitteln und lokalen Injektionen kann die Beschwerden lindern. Eine chirurgische Therapie ist nur bei sehr starken Deformitäten indiziert.

    Fußdeformitäten lassen sich sehr gut konservativ behandeln und beispielsweise durch Umstellung des Schuhwerkes reduzieren. Vor der Entscheidung zu einer Operation, sollte deren Notwendigkeit sorgfältig abgewogen werden. Mögliche Beeinträchtigungen in Folge von operativen Eingriffen, wie Nervenschädigungen und Infektionen stellen durchaus ein Risiko dar. Auch Gefahren welche mit einer Totalanästhesie einhergehen, sollten bei der Entscheidung pro/contra Operation berücksichtigt werden.

    Lassen Sie sich von Ihrem behandelnden Arzt ausführlich beraten oder holen Sie sich gegebenenfalls eine zusätzliche Meinung (Zweitmeinung, Second Opinion) ein. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit einer kostenlosen telefonischen Beratung durch einen unserer ausgewiesenen Spezialisten.

Verlag: medexo
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