• hip joint

    Eine Lockerung des künstlichen Hüftgelenkes kommt trotz aller technischen Verbesserungen vor. Ein künstliches Hüftgelenk hat im Regelfall eine Lebensdauer von zehn bis zwanzig Jahren. Diese Haltbarkeit bedingt, dass jüngeren Patienten Endoprothesen (künstliche Gelenke) sehr selten empfohlen werden sollten. Man unterscheidet zwischen der aseptischen Lockerung der Hüftprothese welche wesentlich häufiger vorkommt und der septischen Prothesenlockerung (Infektionen mit Keimbesiedlung der Prothese). Ursachen für den vorzeitigen aseptischen Verschleiß sind Materialfehler, der Abrieb an Gelenkkopf und –pfanne (Abriebspartikel führen des Öfteren zu Entzündungen) sowie Veränderungen der erhaltenen Knochensubstanz. Sollte die gelockerte Hüftgelenksprothese zu Beschwerden führen, lässt sich in einigen Fällen ein Wechsel des Gelenkes nicht vermeiden. Die Operation ist technisch anspruchsvoll. Im Falle einer operativen Korrektur beziehungsweise eines speziellen Wechselimplantates ist der Eingriff so durchzuführen, dass das neu eingesetzte Gelenk sicher verankert und die patienteneigene Knochensubstanz möglichst wenig geschädigt wird. Endoprothesen sind heute aus einzelnen Modulen konstruiert, so dass diverse Komponenten beliebig kombiniert werden können. Generell sind Hüftendoprothesen heute technisch recht weit entwickelt und ein Ersatz des Gelenkes ist statistisch gesehen zu 90% erfolgreich und komplikationslos. Die Operation als solche ist aufwendig, mit einem großen Blutverlust und einer längerfristigen Bewegungseinschränkung verbunden. Gemessen an der Erfolgsquote ist das Infektionsrisiko mittlerweile gering.

  • Schmerzen und Veränderungen der Beweglichkeit, im Einzelfall Gehunfähigkeit, sind die ersten Indikatoren eines Verschleißes oder einer Lockerung der Prothese. Derartige Lockerungen äußern sich durch ziehende oder stechende Schmerzen in Hüfte und Gesäßregion, der Leiste und den unteren Extremitäten (Oberschenkel). Wenn nach dem Einsetzen einer Hüftendoprothese weder Schmerzen noch Bewegungseinschränkungen bestehen, können dennoch Veränderungen am Implantat mittels radiologischer Befundung beziehungsweise Szintigraphie dargestellt werden. Gelenksinfektionen lassen sich am besten mittels einer Gelenkspunktion diagnostizieren.

  • Vor einer Korrektur oder einer Wechseloperation am Hüftgelenk sind umfangreiche Untersuchungen zur Sicherstellung einer eindeutigen Indikation notwendig (Labor- und Röntgenuntersuchung).

    Dazu wird der Status der Hüftprothesenverankerung beurteilt und ermittelt, welches Kompartiment betroffen ist. Oftmals ist ein operativer Eingriff nicht zwingend notwendig, so das beispielsweis im Falle einer Infektion und Entzündung durchaus auch konservativ (medikamentös) behandelt werden kann.

    Das Prozedere eines operativen Eingriffs wird durch verschiedene individuelle Parameter bestimmt. Dazu zählen das Alter und der Zustand des Patienten und des Hüftgelenkes (akuter Infekt, Luxation des Gelenkes) und das funktionelle Ziel der Behandlung hinsichtlich des  Bewegungsstatus‘.

    Ein Wechsel des Prothesenschaftes kommt vor allem bei einer Lockerung in diesem Bereich in Betracht. Die Verwendung von in Abstützringen oder eines neuen größeren Implantates  sind indiziert, wenn es zur Lockerung der Pfanne gekommen ist. Grundsätzlich sollten derartige Eingriffe nur dort ausgeführt werden, wo Wechseloperationen zum Routineprogramm gehören.¹ 

    Vor einer möglichen Wechseloperation sollten unbedingt Alternativmöglichkeiten zur Beseitigung der Problematik überprüft werden. Bei der Beurteilung sollten vor allem Parameter wie Alter, Bewegungsradius und Zustand des Gelenkes entscheidend sein. Die Möglichkeiten konservativer Behandlungsmaßnahmen sind umfangreich. Operationsrisiken können Beeinträchtigungen von Nerven und Bändern, sowie Infektionen sein. Darüber hinaus stellt eine Totalanästhesie eine große Belastung für den Körper dar, welche für viele Risikopatienten vermieden werden kann.

    Lassen Sie sich von Ihrem behandelnden Arzt ausführlich beraten oder holen Sie sich gegebenenfalls eine zusätzliche Meinung (Zweitmeinung, Second Opinion) ein. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit einer kostenlosen telefonischen Beratung durch einen unserer ausgewiesenen Spezialisten.

    ¹Prothesenwechsel am Hüftgelenk. Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie. AWMF-Leitlinien-Register: Nr. 012/007. Entwicklungsstufe: 1. URL: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/012-007l_S1_Prothesenwechsel_am_Hueftgelenk_2008.pdf

Verlag: medexo
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