• Fotolia_1929591_Subscription_800_800Das menschliche Kniegelenk besitzt zwischen den Gelenkflächen des Ober-und Unterschenkelknochens (Femur und Tibia) zwei Knorpelscheiben: Die Menisken. Nach ihrer topografischen Lage werden sie als Innen- beziehungsweise Außenmeniskus bezeichnet. Sie dienen der Stabilisierung des Knies und wirken als Stoßdämpfer bei der Druckverteilung. Als Folge von Alterungsprozessen in Verbindung mit Veränderungen des Stoffwechsels kommt es zum molekularen Abbau in den Kollagenfasern und zur Schädigung von Zellen, wodurch sich die Form und Struktur eines Meniskus verändert. Das eigentlich elastische Gewebe wird nach einigen Jahrzehnten spröde, was letztlich zum Einreißen führen kann. Man spricht dann von einer altersbedingten Meniskusdegeneration, welche ohne akute Verletzungen zu Beschwerden führen kann.

    Meniskusschäden sind die am häufigsten auftretenden Verletzungen am Knie. Generell kann davon ausgegangen werden, dass zwischen altersbedingter Degeneration, Lebensgewohnheiten, Sport- und Bewegungsaktivitäten und dem Auftreten von Verletzungen der Menisken ein signifikanter Zusammenhang besteht. Deshalb sind viele Leistungssportler, aber auch Menschen mit gewöhnlichen Aktivitäten im Laufe ihres Lebens von Meniskusschädigungen betroffen. Dies bedeutet, dass oftmals auch recht junge Menschen von Schädigungen oder Verletzungen betroffen sind, welche zum Beispiel zum Meniskus-Lappenriss führen können. Dabei reißt der Meniskus längs und quer im Hinter- oder Vorderhorn ein. Vor allem der Meniskus-Querriss ist gefürchtet, weil nicht nur sehr schmerzhaft, sondern auch sehr schwerwiegend für die Funktionalität des Knies. Im Allgemeinen ist der Innenmeniskus häufiger von einem Anriss beziehungsweise einer Einklemmung betroffen, als der Außenmeniskus. Da das innere Kollateralband mit dem Mensikusvorderhorn verwachsen ist, treten Rupturen des Innenbandes oftmals in Zusammenhang mit Meniskusverletzungen auf. Risse kommen sowohl im Meniskushinter- sowie Vorderhorn vor.

    Rupturen werden nach ihrer Erscheinungsform klassifiziert. Häufig treten der sogenannte Korbhenkelriss, der Horizontalriss, der Querriss sowie der Radiärriss auf. Der Papageienschnabelriss ist eine Sonderform der oft traumatisch bedingten radiären Meniskusrisse. Er teilt den Meniskus in einen inneren und einen äußeren Anteil. Das entstehende bewegliche Fragment kann dabei in den Gelenkraum hineinragen.

    Im Bereich der Menisken entstehen bisweilen Synovialzysten – sogenannte Meniskusganglien. Diese mit Flüssigkeit gefüllten Hohlräume entstehen häufig aufgrund degenerativer Veränderungen im Außenmeniskus und können insbesondere über dem Gelenkspalt bei Belastung, Streckung und Beugung Schmerzen verursachen. Eine Entfernung ist allerdings nur bei einschränkenden Beschwerden erforderlich.

  • Meniskusschäden entstehen des Öfteren in Folge von Sportverletzungen oder Unfällen. Je nach Ursache des Schadens, können die Symptome unterschiedlich ausfallen. Menschen, die das sechzigste Lebensjahr überschritten haben, Leistungssportler, z.B. Fußballer oder Vertreter diverser Berufsgruppen wie Fliesenleger oder Gärtner sind besonders häufig betroffen. Bei einer traumatischen Ursache treten heftige stechende Schmerzen meist unverzüglich auf. Bei schleichendem Verlauf aufgrund von Fehl- oder Überlastungen und Degenerationen, sind zu Beginn der Erkrankung kaum Symptome spürbar. Erst im Verlauf nehmen Belastungsschmerzen und Bewegungseinschränkungen zu. Symptomatisch wird ein Meniskusschaden oft erst durch Gelenkreizungen und Blockierungen, welche letztendlich zur kompletten Unbeweglichkeit führen können. In dieser Phase nehmen Betroffene meist eine Schonhaltung ein wodurch ein hinkendes Gangbild sichtbar wird. Eine Schwellung des Kniegelenks infolge eines Ergusses ist bei akuter Verletzung häufig ein erstes Anzeichen einer Meniskusverletzung.
  • An Therapiemöglichkeiten bietet sich ein breites Spektrum vor allem invasiver Techniken an. Bei der Auswahl der geeigneten Behandlung spielen diverse Faktoren wie Alter, Sportlichkeit und Schmerzen des Patienten eine wichtige Rolle.

    Je jünger und beweglicher der Patient ist, umso eher ist eine Operation indiziert, da bei fortschreitendem Verlauf mit einer Vergrößerung der Rupturen, mit Abrissen und massiven Zerstörungen im Kniegelenk zu rechnen ist.

    Die folgenden invasiven Behandlungstechniken sind die gängigsten Therapien bei diversen Formen der Meniskusruptur: Arthroskopie, arthroskopische Refixation, Meniskusteilresektion, funktionelle Therapie, Meniskusnaht, Meniskusrefixation, arthroskopische Teilresektion, partielle Meniskektomie, Transplantation eines Spendermeniskus, Implantation eines künstlichen Meniskus.

    Vor der Entscheidung zu einer Operation, sollten Alternativen sorgfältig überdacht werden, da Operationen am Knie durchaus risikobelastet sind. Dies betrifft sowohl Folgebeeinträchtigungen am Gelenk, wie auch das Infektionsrisiko. Darüber hinaus stellt eine Totalanästhesie eine große Belastung für den Körper dar, welche für viele Risikopatienten vermieden werden kann.

    Lassen Sie sich von Ihrem behandelnden Arzt ausführlich beraten oder holen Sie sich gegebenenfalls eine zusätzliche Meinung (Zweitmeinung, Second Opinion) ein. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit einer kostenlosen telefonischen Beratung durch einen unserer ausgewiesenen Spezialisten.

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