• OberschenkelhalsbruchBeim Schenkelhalsbruch handelt es sich um eine Fraktur des Halses des Oberschenkelknochen. Der Schenkelhalsbruch gehört zu den häufigsten Brüchen bei Erwachsenen und betrifft eher ältere Patienten ab dem sechzigsten Lebensjahr. Die Fraktur entsteht oftmals infolge von seitlichen Stürzen und kommt, bedingt durch postmenopausale Osteoporose, häufiger bei Frauen als bei Männern vor. Begünstigende Faktoren für einen Bruch sind eine mangelhafte Muskulatur und Fettschicht, so dass zum einen keine Polsterung der betroffenen Region vorhanden ist und zum Zweiten keine ausreichende Haltefunktion durch muskuläre Unterstützung im Gelenk gegeben ist. Darüber hinaus entstehen derartige Brüche oft im Zusammenhang mit Erkrankungen wie Osteoporose. Hierbei reichen häufig schon Bagatellverletzungen aus, um den Knochen im Bereich des Oberschenkelhalses brechen zu lassen.

    Als mediale Schenkelhalsfraktur bezeichnet man eine Fraktur mit einem mittleren Bruchverlauf am Oberschenkelhals. Dies betrifft etwa 95% aller Schenkelhalsbrüche.

    Aufgrund des Verlaufes der Gefäße in diesem Bereich können als Folge von Gefäßrupturen Hüftkopfnekrosen entstehen. Lateral, also am Rand des Schenkelhalses, verlaufen etwa 5% der Frakturen.

    Ferner werden die Frakturen nach dem Bruchwinkel und der damit verbundenen Stabilität des Bruches definiert (nach Pauwels Typ I bis  30 Grad, Typ II bis 50 Grad, Typ III bis 50 Grad).

  • Infolge der Fraktur kommt es zu einer Außenrotationsstellung des Beines. Außerdem zu einer Beinlängenverkürzung und extremsten Schmerzen in der Hüfte beziehungsweise im hüftnahen Oberschenkel und Becken. Die Beweglichkeit im Hüftgelenk ist stark eingeschränkt. Bei Verschiebung der Bruchenden kann es außerdem zu Quetschungen am Oberschenkel kommen. Äußerlich werden Blutergüsse sowie Schwellungen sichtbar. Abschließend soll nicht unerwähnt bleiben, dass nicht verlagerte Frakturen, welche eingestaucht sind, durchaus symptomlos verlaufen können.

  • Bei der Therapie muss zwischen zwei Altersgruppen unterschieden werden. Bei jüngeren Patienten wird ein hüftgelenkserhaltendes Vorgehen angestrebt, bei älteren wird die Implantation eines künstlichen Hüftgelenkes bevorzugt.

    Ziel der Therapie ist eine Frakturstabilisierung, so dass ein Maximum an Beweglichkeit für Betroffene erreicht wird. Der Behandlungsverlauf korreliert eng mit der Art und Menge von Sekundärverletzungen. Eine derartige Fraktur kann bei stabiler Lage auch ohne Operation ausheilen. Dies funktioniert bei kompletter Entlastung der betroffenen Extremität. Aufgrund der zum Teil erheblichen Schmerzen ist eine Schmerztherapie in der Regel unumgänglich.

    Des Weiteren sind schnelle physiotherapeutische Maßnahmen indiziert, da die Bewegungsfähigkeit von Bein und Hüfte erhalten, beziehungsweise wieder hergestellt werden soll. Die Therapie kann je nach Schwere schon ab dem dritten Tag beginnen. In der Phase stark eingeschränkter Bewegungsfähigkeit oder Bettlägerigkeit ist die Verabreichung von Blutverdünnern wie Heparin sinnvoll, um die Gefahr der Entstehung einer Thrombose zu reduzieren.

    In der Mehrzahl aller Fälle wird operiert. Entscheidungsparameter hierfür sind Art der Fraktur, Begleiterkrankungen oder Verletzungen, Patientenalter und Mobilität. Welche invasive Methode angewendet wird, hängt ebenfalls von individuellen Features ab. Entscheidend ist hierbei auch, ob es sich um einen Notfalleingriff (z.B. zur Erhaltung der Vorsorgung des Hüftgelenkskopfs) oder eine geplante Operation mit Hüftgelenksersatz handelt. In Frage kommen die Hüftkopferhaltende Operation, die Zugschraubenosteosynthese, die Hüfttotalendoprothese, die Hemiprothese (Duokopfprothese), Gammanagel-Osteosynthese und die dynamische Hüftschraube (hüftkopferhaltend). Der Umfang an konservativen Behandlungsmaßnahmen ist vergleichsweise gering, sollte aber als Alternative in Betracht gezogen werden. Die Risiken einer Operation sind ebenso zu berücksichtigen.

    Lassen Sie sich von Ihrem behandelnden Arzt ausführlich beraten oder holen Sie sich gegebenenfalls eine zusätzliche Meinung (Zweitmeinung, Second Opinion) ein. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit einer kostenlosen telefonischen Beratung durch einen unserer ausgewiesenen Spezialisten.

  • Im Prinzip sind einige wenige Ursachen für die Entstehung von Schenkelhalsbrüchen verantwortlich:

    Desolate Knochensubstanz, zu wenig gelenkunterstützende Muskulatur und diverse Sturzszenarien. Osteoporotisch bedingte Mangelerscheinungen lassen sich recht gut durch Prophylaxe entgegenwirken, beispielsweise mit Bisphosphonate  (Osteoklastenblocker),  Vitamin D3 und Kalziumphosphat.

    Ebenso kann der Muskeldystrophie im Hüftbereich durch gezieltes Training entgegengewirkt werden. Vorbeugend ist der Einsatz von Hüftprotektoren sinnvoll.

Verlag: medexo
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