• PantherMedia A17193800Bei einer Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis) kommt es zu einem entzündlichen Prozess des Sehnengleitgewebes.

    In der Hand kann in Folge einer Überbeanspruchung bei beruflichen oder sportlichen Tätigkeiten, aber auch verletzungsbedingt eine Tendovaginitis auftreten. Insbesondere monoton immer wieder wiederholte Bewegungsabläufe mit hoher Dauerbelastung führen zu einer Entzündung der Sehnenhülle (Sehnenscheide). Davon sind vor allem bestimmte Berufsgruppen beziehungsweise Sportler aus Bereichen betroffen, in denen zum Beispiel kontinuierliche Beugungen des Handgelenkes stattfinden. Typisch ist das Problem für Schreibtischtätigkeiten. Krafttraining mit Freihanteln oder Rudern und Tennis können eine derartige Entzündung ebenfalls herbeiführen. Des Weiteren sind dauerhafte Probleme mit Sehnenscheiden von Berufsmusikern bekannt (Geige oder Klavier).

    Eine weitere Ursache der Tendovaginitis sind Infektionen zum Beispiel durch Chlamydien, Mykoplasmen, Gonokokken, Staphylokokken und Streptokokken. Dabei werden die Sehnenscheiden infolge von Läsionen durch Bakterien besiedelt.

  • Typischerweise treten stechende und ziehende Schmerzen oder auch Druckschmerzen sowie Schwellungen und Rötungen der Gelenkbereiche auf. In der Regel handelt es sich dabei eher um Bewegungsschmerzen, akut kann es auch zu Ruheschmerzen kommen.

    Neben Überwärmung des betroffenen Gewebes sind oftmals knotige Verdickungen der Sehne vorhanden.  Als Folge dieser Zunahme im Durchmesser ist die Bewegungsfreiheit beim Gleiten im Gewebe eingeschränkt oder vollständig unterbunden, was auch als tastbares Knirschen oder Reiben (Schneeballknirschen) spürbar ist. Eine Sonderform ist die Tendovaginitis stenosans (schnellender Finger). Beim schnellenden Finger steckt die Sehne in der Sehnenscheide zunächst fest und wird dann verzögert, durch eine schnippende Bewegung freigelassen.

    Immer wieder auftretende und nicht ausbehandelte Sehnenscheidenentzündungen können zu einer Chronifizierung des Leidens führen.

  • Grundsätzlich sollte das Spektrum der medikamentös-konservativen Möglichkeiten ausgeschöpft werden, bevor eine, nur in Ausnahmefällen indizierte, Operation eingeleitet wird.

    Oftmals ist eine konsequente Ruhigstellung, Entlastung und Kühlung in Verbindung mit entzündungshemmender medikamentöser Therapie zur Behandlung ausreichend. In der akuten Phase sollte auf eine Bewegungstherapie verzichtet werden.

    Empfohlen wird seit einiger Zeit auch die Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) welche laut Studien eine Erfolgsquote von über 70 Prozent haben soll.

    In Ausnahmefällen und vor allem bei chronischen, stenosierenden Verläufen wird zur invasiven Therapie geraten. Dies erfolgt in der Regel durch operative Spaltung der Sehnenscheide. Die Operation birgt durchaus Risiken und eine komplette Wiederherstellung ist nicht garantiert. Dies betrifft sowohl Folgebeeinträchtigungen sowie das Risiko von Infektionen. Nicht zu unterschätzen sind die Belastungen für den Organismus, welche mit einer Narkose einhergehen und vermieden werden können. Bei dauerhaften Beeinträchtigungen muss sorgfältig abgewogen werden, ob die  Möglichkeiten konservativer Behandlungen tatsächlich ausgeschöpft und auf Dauer erfolglos sind.

    Lassen Sie sich von Ihrem behandelnden Arzt ausführlich beraten oder holen Sie sich gegebenenfalls eine zusätzliche Meinung (Zweitmeinung, Second Opinion) ein. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit einer kostenlosen telefonischen Beratung durch einen unserer ausgewiesenen Spezialisten.

  • Um die Entstehung einer Sehnenscheidenentzündung zu vermeiden, sind einige präventive Maßnahmen geeignet.  Zum einen können monotone Bewegungsabläufe durch Pausen aufgelockert werden, dies betrifft Schreiben, Training oder Üben auf dem Instrument.

    Gründliches Aufwärmen und Dehnen vor wiederkehrenden Belastungen und Abwechslung in den Bewegungsabläufen kann helfen Sehnenscheidenentzündungen zu vermeiden. Langfristig ist bei wiederholtem Auftreten eine Ergotherapie und eine Anpassung von Belastungen sinnvoll.

Verlag: medexo
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