• PantherMedia A16117573

    O- oder X-Beine werden über den sogenannten Collum-Centrum-Diaphysen-Winkel (CCD-Winkel) sowie den Centrum-Ecken-Winkel (CE-Winkel) am Hüftgelenk definiert.

    Sie beschreiben eine Abweichung der normalerweise geraden Beinachse (Neutral-0-Stellung) im Sinne eines O- (Coxa valga, Valgusstellung)- oder X-Beines (Coxa vara, Varusstellung), welche zu funktionellen Einschränkungen in der Beweglichkeit verschiedener Gelenke führen kann.

    X-Beine entstehen oftmals im Zusammenhang mit Fußdeformationen und – fehlstellungen. Eine weitere Ursache für die Entstehung von X-und O-beinen sind Mangelerscheinungen wie beispielsweise Vitamin – und Kalziummangel (Hypophosphatasie, Rachitis). Als sekundäre Veränderung sind Abnutzungserscheinungen vor allem im Kniebereich zu erwarten (Gonarthrosen, Meniskusrupturen). Darüber hinaus ist die Entwicklung von O-Beinen auch von einigen Sportarten bekannt, bei denen die innere Beinmuskulatur im Verhältnis zur äußeren sehr stark entwickelt ist (Fußballerbeine).

  • Oftmals sind pathologische Beinabwinklungen mit bloßem Auge erkennbar. Aufgrund der Fehlbelastungen im Knie treten Kniegelenksschmerzen sowie die sogenannte Wetterfühligkeit auf.  Die Abweichung von der normalerweise geraden Beinachse (Neutral-0-Stellung) führt nicht selten zu Gangveränderungen (Watschelgang, Aneinanderschlagen der Knie), Ermüdung und gegebenenfalls Schiefstand im Becken oder Veränderungen der Wirbelsäulenstatik.

  • Zur Therapie der X-Beine und O-Beine kommen sowohl konservative Therapiemaßnahmen wie auch invasive Maßnahmen zur Anwendung. Erstere sind zum Einen schmerzlindernd und zum Anderen oft ausreichend geeignet, um eine Stellungskorrektur zu bewirken, jedoch sind bei gravierenden Achsenabweichungen operative Korrekturen indiziert. Leichte Abweichungen der Beinachse lassen sich durch konservative Behandlungsmaßnahmen therapieren. So können fersenkorrigierenden Einlagen Fußfehlstellungen beseitigen. Orthopädisches Schuhwerk ist ebenso geeignet, eine Bewegungserleichterung zu ermöglichen.  Angeborene Fehlstellungen bei Kleinkindern vor allem in der Varusstellung werden üblicherweise mit Nachtschienen oder Gips korrigiert.

    Als operative Maßnahmen werden die Kniegelenkknorpel arthroskopisch bei leichten Abweichungen geglättet. Mit Hilfe einer Umstellungsosteotomie kann die übermäßige Last vom kranken Gelenkanteil zum gesunden Gelenkanteil verlagert werden. Als operative Techniken kommen dazu die Tibiaosteotomie, die Fibuladurchtrennung  oder eine Varisierungsosteotomie in Frage. Postoperativ sollte eine adäquate Krankengymnastikabteilung und gegebenenfalls eine Lymphdrainage durchgeführt werden.

    Ein operativer Eingriff zur Behandlung von X-Beinen (Coxa vara) und O-Beinen (Coxa valga) ist nicht zwingend notwendig. Die Notwendigkeit einer Operation, muss sorgfältig abgewogen werden. Die Möglichkeiten konservativer Behandlungen sind umfangreich und die Risiken bei einer Operation nicht zu unterschätzen. Dies betrifft sowohl Folgebeeinträchtigungen sowie das Risiko von Infektionen. Außerdem sollte bedacht werden, dass eine Narkose eine große Belastung für den Patienten darstellt und ein zusätzliches, vermeidbares Risiko birgt. Eine frühzeitig eingeleitete konservative Therapie hat gute Aussichten auf Erfolg.

    Lassen Sie sich von Ihrem behandelnden Arzt ausführlich beraten oder holen Sie sich gegebenenfalls eine zusätzliche Meinung (Zweitmeinung, Second Opinion) ein. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit einer kostenlosen telefonischen Beratung durch einen unserer ausgewiesenen Spezialisten.

Verlag: medexo
Tags: ,